Das Schülerpraktikum

Das Schülerpraktikum

Wie sieht der Berufsalltag wirklich aus? In einem Praktikum lernst du deinen Wunschberuf besser kennen. Dabei findest du heraus, ob dir die Tätigkeiten liegen und du kannst wertvolle Praxiserfahrung sammeln.

Schülerbetriebspraktika sind an den Schulen ein fester Bestandteil der Angebote zur beruflichen Orientierung. Ein Betriebspraktikum bietet für junge Menschen eine große Chance, Ausbildungsberufe und Berufsfelder kennenzulernen. Durch den direkten Kontakt zu Auszubildenden und Ausbildern erhalten Schülerinnen und Schüler wichtige berufliche Informationen aus erster Hand. Persönliche Stärken und Interessen werden sichtbar und Praxiserfahrungen oft zum Schlüsselerlebnis für den ganz persönlichen Weg: Welche Tätigkeiten liegen mir? Welche Berufe und Berufsfelder interessieren mich? Wie geht es für mich weiter?

Damit ein Schülerbetriebspraktikum gelingt, haben wir für alle Beteiligten die nachfolgenden Checklisten zusammengestellt. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern sowie die Betreuerinnen und Betreuer im Betrieb finden hier wertvolle Hinweise, wie sie die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Schülerbetriebspraktikums so gestalten können, dass es für alle zum Erfolg wird.


Checkliste für Schülerinnen und Schüler

Ich weiß, welchen Beruf und welche Tätigkeiten ich im Praktikum kennenlernen möchte.

Ich bin über diesen Beruf informiert

Ich habe überlegt, ob meine Stärken, Interessen und Wünsche zu diesem Beruf passen

Ich weiß, welche Ziele und Fragen ich im Betriebspraktikum verfolgen und klären möchte

Ich habe aufgeschrieben, was ich vom Praktikum erwarte

Ich habe mich mit meinen Eltern, Freunden und Lehrkräften sowie meiner Berufsberaterin/meinem Berufsberater über meinen Praktikumswunsch ausgetauscht

Ich habe mehrere Praktikumsbetriebe ausgesucht

Ich weiß, wie ich mich für ein Praktikum bewerben muss
Ich habe meine Bewerbungsunterlagen zusammengestellt:

– Anschreiben
– Lebenslauf
– Kopie des letzten Zeugnisses – Foto
– Bescheinigungen über zusätzliches Engagement
– weitere Unterlagen je nach Betrieb

Ich bin auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet:

– Ich habe das Bewerbungsgespräch allein und mit anderen geübt
– Ich habe mich über den Betrieb informiert
– Ich weiß, was der Betrieb macht und welche Berufe vorkommen
– Ich kann meine Praktikumswahl in der Bewerbung begründen

Ich habe mir Fragen an den Betrieb überlegt:

– Welche Tätigkeiten kann ich kennenlernen?
– Welche konkreten Aufgaben kann ich übernehmen?
– Gibt es einen Praktikumsplan?
– Wie sind meine Arbeitszeiten?
– Brauche ich ein Gesundheitszeugnis oder Schutzkleidung?
– Wer sind meine Ansprechpartner/-innen im Betrieb?
– Eine Praktikumsvereinbarung ist mit meinen Eltern und dem Betrieb unterschrieben worden
– Ich habe meine Lehrerin/meinen Lehrer über die Zusage des Betriebs informiert

Das muss ich beachten:

Ich habe für den ersten Praktikumstag meine Unterlagen zusammengestellt (u . a . Praktikumsmappe, Formulare für den Betrieb) .
Ich informiere sofort den Betrieb und meine Schule, wenn ich krank bin oder aus anderen Gründen fernbleiben muss .
Ich kenne die Verhaltensregeln im Betrieb und am Arbeitsplatz und halte mich daran .

Das sind meine Aufgaben im Praktikum:

Ich bearbeite meine konkreten Aufgaben.
Ich frage meine Ansprechpartnerin/meinen Ansprechpartner, wenn ich etwas nicht verstehe.
Die Fragen, die ich vorbereitet habe, beantworte ich in der Praktikumszeit.
Ich schreibe meinen Praktikumsbericht und stelle die Unterlagen für meine Praktikumsmappe zusammen.
Die Ergebnisse meines Praktikums stelle ich für die Präsentation in der Schule zusammen.

Das nehme ich mit:

Am Ende meines Praktikums erhalte ich einen schriftlichen Praktikumsnachweis mit einer Rückmeldung über meine Leistungen von meiner Ansprechpartnerin/meinem Ansprechpartner.
Es hat ein Abschlussgespräch mit meinen Ansprechpartnern über mein Praktikum stattgefunden.
Ich habe weitere Anregungen für die Berufswahl bekommen.

So werte ich mein Praktikum aus

Ich habe diese Fragen beantwortet:

– Was habe ich gelernt, was wurde mir vermittelt?
– Was ist mir gut gelungen?
– Was hat mir Spaß gemacht?
– Was hat mich beeindruckt?
– Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
– Was hat mir nicht gefallen, was hatte ich mir anders vorgestellt?
– Was ist mir schwergefallen?
– Welche Berufe/Tätigkeiten habe ich kennengelernt?
– Welche Berufe/Tätigkeiten interessieren mich weiterhin?
– Welche Berufe kommen für mich sonst noch infrage?

Ich gebe meiner Ansprechpartnerin/meinem Ansprechpartner im Betrieb eine Rückmeldung, was mir im Praktikum gefallen hat und was nicht .

 

So geht es nach dem Praktikum weiter:

Ich halte Kontakt mit dem Betrieb .

Die Präsentation meiner Praktikumsergebnisse in der Klasse habe ich vorbereitet .

Ich vergleiche meine Erfahrungen aus dem Praktikum mit den Erwartungen, die ich vorher aufgeschrieben hatte .

Ich bespreche die Ergebnisse mit meiner Berufsberaterin/meinem Berufsberater und mit meiner Lehrerin/meinem Lehrer und plane mit ihnen die nächsten Schritte .

Ich plane weitere Praktika, um einen für mich passenden Beruf zu finden .Dabei nutze ich auch die Ferienzeit.


Checklisten für Lehrkräfte

Das Schülerbetriebspraktikum ist Teil des Berufsorientierungskonzepts Ihrer Schule. Sie binden das Schülerbetriebspraktikum sinnvoll in den Unterrichts- und Lernprozess ein und unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ihres Praktikums. So wird die Praxiszeit für diese zur Lernzeit und sie können für ihre Berufswahlentscheidung davon profitieren. Als Schulleitung sorgen Sie für die notwendigen Rahmenbedingungen. Mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort und den Betrieben haben Sie starke Partner. Diese Checklisten geben Ihnen einen Überblick über die Erledigung der wichtigsten Schritte .

Mit den Betrieben

habe ich das Zeitfenster für das Praktikum abgestimmt,

haben wir Vereinbarungen mit dem Betreuungs- und Ausbildungspersonal getroffen (Praktikumsvereinbarung, Ablauf, konkrete Aufgaben, Ziele, rechtliche Regelungen usw .),

sind die Anforderungen zur Auswertung des Praktikums abgestimmt.

 

In der Schule

haben wir das Praktikum als Teil des Berufsorientierungsprozesses geplant und in das Schulkonzept eingebettet,

haben wir die Praktikumsbetreuung durch uns Lehrkräfte sichergestellt und die Zuständigkeiten festgelegt (Koordination und Betreuung durch die Lehrkräfte, ggf . Einbezug weiterer Betreuungspersonen),

habe ich im Unterricht Lernanlässe geschaffen, durch die Schülerinnen und Schüler ihre bisherigen berufsorientierenden Erfahrungen vertiefen und reflektiertes Handeln entwickeln können,

habe ich Lernanlässe bereitgestellt, die Schülerinnen und Schüler herausfordern, ihre eigenen individuellen Praktikumsziele schriftlich festzuhalten,

habe ich Situationen geschaffen, die Schülerinnen und Schüler zur eigenverantwortlichen Planung ihres Praktikums motivieren und sie ermutigen, das Praktikum als ihr Projekt zu begreifen und die Lernzeit am anderen Ort für sich zu nutzen,

habe ich bei der Recherche über Praktikumsangebote vor Ort und online die Schülerinnen und Schüler unterstützt,

haben wir Beratungszeiten für die Schülerinnen und Schüler fest eingeplant, u . a . zur Klärung ihrer Stärken und Interessen, für Bewerbungs fragen und für die Auswahl des Betriebs,

haben wir Schülerinnen und Schülern ein individuelles Beratungs angebot zur Verfügung gestellt .


Checklisten für Betriebe

Auch für die Betriebe hat das Schülerbetriebspraktikum Vorteile: Sie präsentieren sich mit Ihren Berufsfeldern und Berufen als beispielhafte Arbeitgeber und lernen die jungen Menschen und künftigen Auszubildenden in ihrer betrieblichen Umgebung kennen.

Ich stehe der Praktikantin/dem Praktikanten als Ansprechperson zur Verfügung .

Die Praktikumsvereinbarung zwischen Betrieb, Schule und Praktikant/-in wurde getroffen und eine Lernaufgabe formuliert .

Ich habe mich über den Stand der Lernaufgabe im Praktikum informiert und der Praktikantin/dem Praktikanten wie dem Betrieb unmittelbar Feedback gegeben .

Ich habe meine Erfahrungen und die Ergebnisse der Praktikumsbesuche dokumentiert .

Bei einer betrieblichen Lernaufgabe setzt sich die Schülerin/der Schüler mit einer konkreten, selbst gewählten Fragestellung auseinander . Diese muss auf den Betrieb bezogen sein und im Rahmen des Praktikums bearbeitet werden können . Arbeitsabläufe, Produktionsprozesse, Materialien, Werkzeuge, Maschinen und Räumlichkeiten können ebenso Thema sein wie das Arbeitsklima, die Organisations-struktur oder die Entwicklung der Auftragslage eines Unternehmens . Die betriebliche Lernaufgabe besteht aus einer schriftlichen Dokumentation und einer Präsentation in der Schule oder im Prakti-kumsbetrieb . Die Lehrkraft berät in Absprache mit dem Praktikumsbetrieb bei der Themenfindung und Bearbeitung . In einer Vereinbarung zwischen dem Betrieb, der Schule und der Schülerin/dem Schüler werden das Thema wie die organisatorischen und inhaltlichen Vorgaben festgehalten .

So werten wir das Praktikum aus:

Wir haben Zeitfenster für die Auswertung des Praktikums mit den Schülerinnen und Schülern im schulischen Curriculum eingeplant .

Wir haben Ort und Termine für die Präsentation der Praktikumsaufgaben und -ergebnisse durch die Schülerinnen und Schüler vereinbart .

Wir haben die Prinzipien für die Bewertung der Praktikumsaufgaben und die Auswertung der Praktika festgelegt .

Wir haben das Betriebspraktikum evaluiert und das Konzept der Schule zur Berufs- und Studien orientierung weiterentwickelt .

Wir haben Rückmeldungen und Hinweise für die weitere Zusammenarbeit an die Betriebe gegeben .

Wir halten Kontakt zu den betrieblichen Ansprechpersonen durch Feedback, Veranstaltungs-einladungen usw .

Wir führen Auswertungsgespräche auch mit den Eltern bzw . Erziehungsberechtigten .

Wir berichten über unsere Erfahrungen bei Praxisbesuchen und vom Erfolg der Praktika in Konferenzen (Lehrerkonferenz, Elternrat, Schülerrat, Elternabend) und ggf . in Unternehmen oder SCHULEWIRTSCHAFT- Arbeitskreisen und stellen unsere Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Betriebspraktika an unserer Schule vor .

Wir reflektieren die Erkenntnisse gemeinsam mit der Berufsberaterin/dem Berufsberater der Agentur für Arbeit vor Ort und entwickeln die Kooperationen nach diesen Gesprächen weiter .

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